Lesung mit Susanne Wiedmann

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Einen unterhaltsamen Abend in der Buchhandlung Quedens erlebten die Zuhörer einer Autorenlesung am 22. MaiAmrum - Susanne Wiedmann. Die Journalistin und Autorin Susanne Wiedmann stellte ihr Buch „Amrum“ vor, erschienen im vorigen Jahr bei Hoffmann und Campe.
Als Frau Wiedmann, selbst in Baden-Württemberg zuhause, zum ersten Mal Urlaub auf Amrum machte, fragte sie sich, wie man eigentlich sein Leben auf einer kleinen Insel mitten in der Nordsee verbringen kann. Aufgrund ihrer journalistischen Neugier beließ sie es aber nicht dabei, sich selbst diese Frage zu stellen, sondern auch den Bewohnern von Amrum. Auf diese Weise entstand ein ganz besonderer Amrum-Führer: dreizehn Insulaner in zehn Kapiteln porträtierte sie, vom Insel-Chronisten über den Reetdachdecker, Strandkorbvermieter, Regisseur und Krabbenfischer bis hin zur Inselpastorin.
In ihrer Lesung ließ Susanne Wiedmann vier Amrumer zu Wort kommen, den Heimatforscher Georg Quedens, die Friesencafé-Wirte Angela und Jens Nissen sowie den Leuchtturmspezialisten Wolfgang Stöck.
Georg Quedens erinnerte sich an die nicht leichten Nachkriegsjahre, in denen sich die Bevölkerung auf einen Schlag durch Flüchtlinge mehr als verdoppelt hatte und der junge Georg zum Wilddieb wurde, Kaninchen jagend und Möweneier aus den Nestern räubernd, um so das knappe Nahrungsangebot etwas zu verbessern. So fing alles an – heute ist Georg Quedens Autor einer Vielzahl naturkundlicher und heimatgeschichtlicher Bücher und Hüter einer unermesslichen Zahl von Fotografien – in seinen Vorträgen lässt er die Inselgäste an seinem immensen Wissen teilhaben.
Das Friesencafé in Nebel ist für viele Amrum-Urlauber ein absolutes Muss – und dabei wird jede Veränderung, die das Café im Laufe der Jahre erfahren hat, meist kritisch von den Gästen registriert. Dessen sind sich Angela und Jens Nissen wohl bewusst – jede Neuerung will sorgfältig bedacht sein, selbst dann, wenn es nur die quietschende Tür ist, deren Quietschen prompt von den Stammgästen vermisst wird. Aber manch Wandel lässt sich auch bei noch so gutem Willen nicht aufhalten – war vor Jahren das Café noch bis 23.00 Uhr geöffnet und bis spät lebhafter Betrieb, so sitzen heute die Feriengäste in ihren Ferienwohnungen und schalten zur Tagesschau um 20.00 h den Fernseher ein. Den alten Zeiten trauern die Nissens nicht nach – nun ist eben früher Feierabend.
Wolfgang Stöck, der Leiter des Außenbezirks Amrum des Wasser- und Schifffahrtsamtes Tönning, hat seit seiner Ausbildungszeit ein Faible für Leuchttürme. Er atmet ihren Geruch, liebt ihre Architektur und weiß eine Vielzahl an Geschichten und an Wissenswertem über die Leuchttürme an der Westküste zu berichten – der Amrumer Leuchtturm ist für ihn der schönste. Die Insel jemals zu verlassen, kann er sich längst nicht mehr vorstellen, 1993 gründete er die Folkloreband Querbeet und hat nur den einen Wunsch, auf Amrum alt zu werden.
Susanne Wiedmann fängt in ihren Porträts in wunderbarer Weise die Originalität der Insulaner ein, die sie zu Wort kommen lässt, und bereitete den Zuhörern damit einen überaus kurzweiligen und interessanten Abend, was sich am Ende auch in einer lebhaften Diskussion widerspiegelte. Nachdem sich noch eine Reihe Besucher ihr Buch von der Autorin signieren ließ, endete eine gelungene Veranstaltung.

 

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